Annett Bührdel bringt als Clown Bommel Kindern Abwechslung im Krankenhaus. Dafür erhielt sie den Ehrenamtspreis der Kreissparkasse Bautzen.

Clown Bommel kommt mittwochs um 15.30 Uhr zu den Kindern. Erst schaut er durch die Scheibe, dann klopft er an die Tür. Oftmals zaubert schon sein Auftritt den Mädchen und Jungen ein Lächeln ins Gesicht. Denn er lenkt ab vom Alltag auf den Stationen der Bautzener Kinder- und Jugendklinik. In das Kostüm des fröhlichen Bommels schlüpft regelmäßig Annett Bührdel. Sie ist eine von fünf Clowns, die im Auftrag der Oberlausitzer Kinderhilfe die Langeweile aus den Betten vertreiben. Für ihr Engagement erhielt die Mitarbeiterin der Kreissparkasse Bautzen in diesem Jahr den Ehrenamtspreis. Er wurde erstmals vom regionalen Geldinstitut ausgelobt. Umso größer ist die Freude bei Annett Bührdel. Sie gehört seit Anfang 2014 zur Gruppe der Klinik-Clowns. „Ich war auch schon mit unseren drei Kindern im Krankenhaus und habe erlebt, wie lang solche Tage werden können. Von der Idee bis zum ersten Einsatz vergingen gerade einmal vier Wochen“, sagt die dreifache Mutter. Der Sprung ins kalte Wasser tat der Diplombetriebswirtin (BA) aber unheimlich gut. Seitdem ist die 45-Jährige regelmäßig in Aktion zwischen erster und dritter Etage der Kinder- und Jugendklinik am Stadtwall. „Zwei Clowns von uns sind immer mittwochs dort anzutreffen.“ sagt die Bautznerin. „Wir haben selten ein einstudiertes Programm. Entscheidend ist die Atmosphäre, die im Zimmer vorgefunden wird – sind die Kinder ängstlich oder zugewandt. Diese Stimmung wird aufgenommen – entweder mitgetragen oder verändert. „Wir bauen spontan auf die Situation auf und improvisieren. Wir entwickeln Geschichten, singen Lieder, tanzen … Schon mit so einfachen Dingen, wie Seifenblasen, Luftballons oder kleinen Glöckchen lassen sich die Kinder von ihren Krankheitsproblemen – zumindest für den Augenblick – ablenken“, so Annett Bührdel.

Annett Bührdel (rechts) gehört als Bommel zu den Clowns, die im Auftrag der Oberlausitzer Kinderhilfe in der Bautzener Kinder- und Jugendklinik für fröhliche Ablenkung sorgen. Auf dem Foto besucht sie gerade mit Ute Prkno (Mitte) die kleine Alisia und ihre Mutter Jana am Krankenbett. Für ihr Engagement erhielt die Angestellte der Kreissparkasse Bautzen in diesem Jahr den Ehrenamtspreis für Mitarbeiter.

Annett Bührdel (rechts) gehört als Bommel zu den Clowns, die im Auftrag der Oberlausitzer Kinderhilfe in der Bautzener Kinder- und Jugendklinik für fröhliche Ablenkung sorgen. Auf dem Foto besucht sie gerade mit Ute Prkno (Mitte) die kleine Alisia und ihre Mutter Jana am Krankenbett. Für ihr Engagement erhielt die Angestellte der Kreissparkasse Bautzen in diesem Jahr den Ehrenamtspreis für Mitarbeiter.

Ihre eifrigsten Zuschauer und Mitmacher sind übrigens die Kleinen zwischen vier und zehn Jahren. Aber auch mancher Teenager hat sich schon über den Besuch der bunten Gesellen gefreut. Doch nicht nur für die kleinen Kranken bringt der Abstecher der Unterhalter eine Abwechslung. „Wir bekommen von den Kindern so viel Dankbarkeit zurück. Wir werden praktisch durch die gemeinsamen Erlebnisse selbst beschenkt“, sagt die Sparkassen-Mitarbeiterin. Immer zwei Stunden sind sie und ihre Clown-Kolleginnen unterwegs. Dringend wird allerdings momentan ein männlicher Clown für das Quintett gesucht. Er muss weder mit Bällen jonglieren können, noch riesige Grimassen ziehen. Das Herz auf dem rechten Fleck ist allerdings Einstellungskriterium bei den Klinikclowns Antonia, Molli, Juli, Alma und selbstverständlich Bommel. Bis zu ihrer Bewerbung um den Ehrenamtspreis der Kreissparkasse Bautzen wussten übrigens die wenigsten Sparkassen-Kollegen von ihrem Engagement in der Kinder- und Jugendklinik. „Ich arbeite lieber im Stillen. Trotzdem habe ich mir einen Ruck gegeben und gemerkt, dass sich Türen öffnen“, sagt Annett Bührdel. Als Gewinnerin verhalf sie der Oberlausitzer Kinderhilfe zu 3.000 Euro Preisgeld. Mit dieser Unterstützung konnten Musikglocken und Gemüse- und Obst-Rasseln gekauft werden. Auch eine lustige Ukulele, ein Zauberkasten und Knobelspielzeug wurde angeschafft. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen trotz beruflicher Herausforderungen zusätzlich ehrenamtlich engagieren. Die Kreissparkasse Bautzen fördert pro Jahr rund 450 gemeinnützige Projekte oder Einrichtungen. „Viele unserer Mitarbeiter sind aktiv und engagiert in Vereinen tätig. Das war der Grund für die Ausschreibung des Ehrenamtspreises für Mitarbeiter“, sagt Dirk Albers, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Bautzen. Insgesamt bewarben sich 14 Mitarbeiter mit ihren Vereinen um den Titel. Die Jury bestand aus allen Mitarbeitern der Kreissparkasse. Neben der Oberlausitzer Kinderhilfe konnten sich die Sparkassen-Mitarbeiter Nannette Hantschick und Andrè Kowalsky für ihren Großdubrauer Ski-Verein über 2.000 Euro freuen. Die Kinder und Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr Steinigtwolmsdorf erhielten durch den persönlichen Einsatz von Maik Siegemund als dritten Preis 1.000 Euro und verwirklichten sich damit einen Traum. Sie besuchten die Flughafenfeuerwehr Dresden. Nach knapp zwei Stunden ehrenamtlicher Arbeit verabschieden sich Clown Bommel und seine Mitstreiterin wieder von ihren kleinen Patienten und legen die roten Nasen und die bunten Kostüme ab. „Dieses Engagement bereichert mein Leben. Ich bin so froh, dass ich die Entscheidung dafür getroffen habe. Es ist so spannend zu erleben, wie sich manche Dinge entwickeln. Denn niemals war auch nur daran zu denken, finanzielle Unterstützung zu erlangen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch im Namen aller Clowns-Mitstreiter meinem Arbeitgeber der Kreissparkasse Bautzen ganz herzlich Danke sagen für die Förderung der Vereinsarbeit“, sagt Annett Bührdel.

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